Die gesetzliche Rente ist der größte Einzelposten des Bundeshaushalts und gleichzeitig die Leistung, über deren künftige Höhe am wenigsten Klarheit besteht. Beides lässt sich mit amtlichen Vorausberechnungen beziffern: was eingezahlt wird, was ausgezahlt wird, was der Bund zuschießt und wie sich das bis 2039 entwickelt. Wer eine Standortentscheidung trifft, sollte diese Zahlen kennen — nicht weil sie eine Katastrophe ankündigen, sondern weil sie eine sehr konkrete Richtung vorgeben.
Was das System leistet
Die Bruttostandardrente — 45 Entgeltpunkte, also der viel zitierte Eckrentner mit lückenloser Erwerbsbiografie auf Durchschnittsniveau — liegt 2025 bei 1.836 Euro im Monat und steigt 2026 auf 1.904 Euro.
Das ist die Modellgröße. Die tatsächlichen Zahlbeträge liegen deutlich darunter. Zum 31. Dezember 2024 betrug der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag bei Altersrenten 1.405 Euro für Männer und 955 Euro für Frauen.
Im internationalen Vergleich weist die OECD für Deutschland eine künftige Netto-Ersatzrate von 53,3 Prozent aus — für Durchschnittsverdiener mit Berufseintritt 2024 und voller Erwerbsbiografie. Der OECD-Schnitt liegt bei 63,2 Prozent. Bei Geringverdienern ist der Abstand größer: 57,7 Prozent gegenüber 75,4 Prozent im OECD-Mittel. Ausgerechnet dort, wo das System am stärksten abfedern müsste, fällt es am weitesten zurück.
Das Sicherungsniveau vor Steuern ist durch die verlängerte Haltelinie bis 2031 auf 48,0 Prozent festgeschrieben und sinkt danach bis 2039 auf 46,3 Prozent.
Was es kostet
Der Beitragssatz bleibt zunächst stabil und steigt dann in Stufen:
| Jahr | Beitragssatz (mittlere Variante) |
|---|---|
| 2025–2027 | 18,6 % |
| 2028 | 19,8 % |
| 2030 | 20,1 % |
| 2035 | 21,0 % |
| 2039 | 21,2 % |
Der Sprung von 2027 auf 2028 ist der auffälligste: 1,2 Prozentpunkte in einem Jahr, hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Er fällt in dasselbe Jahr wie der Beitragszuschlag in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die zweite Finanzierungssäule ist der Bundeshaushalt. Für 2026 sind 97,55 Milliarden Euro Bundeszuschüsse an die allgemeine Rentenversicherung veranschlagt — 63,94 Milliarden allgemeiner und 33,61 Milliarden zusätzlicher Zuschuss. Rechnet man alle Leistungen des Bundes an die gesetzliche Rentenversicherung zusammen, waren es 2024 116,1 Milliarden Euro; für 2026 sind 128 Milliarden vorgesehen.
Die Größenordnung wird im Haushalt sichtbar. Der Einzelplan 11 (Arbeit und Soziales) ist mit 197,4 Milliarden Euro der größte Etat des Bundes und macht 38 Prozent des Gesamthaushalts 2026 aus; 127,8 Milliarden davon entfallen innerhalb dieses Einzelplans auf Leistungen an die Rentenversicherung — die oben genannten 128 Milliarden beziffern dieselbe Leistung über alle Kapitel hinweg und sind der gerundete Gesamtwert. Das Kapitel 1102 allein wächst von 134,42 Milliarden Euro (2025) auf 140,01 Milliarden (2026) — ein Plus von 5,59 Milliarden Euro in einem einzigen Jahr.
Und die Kurve zeigt weiter nach oben: Allgemeiner und zusätzlicher Bundeszuschuss summieren sich 2025 auf rund 93,2 Milliarden Euro und steigen bis 2039 auf rund 156,6 Milliarden. Ihr Anteil an den Gesamteinnahmen der Rentenversicherung bleibt dabei konstant bei 22,2 bis 22,8 Prozent — das System bleibt also dauerhaft zu gut einem Fünftel steuerfinanziert.
Was am Ende ankommt
Die Zahl, die diese Rechnung abschließt, ist die Zahl derer, für die sie nicht aufgeht. Im Dezember 2025 bezogen 764.065 Personen oberhalb der SGB-XII-Altersgrenze Grundsicherung im Alter — 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchststand. Zusammen mit den Empfängern wegen Erwerbsminderung sind es 1.283.860 Menschen; bemerkenswert ist, dass der gesamte Zuwachs auf die Altersgruppe entfällt, während die Zahl der Erwerbsgeminderten um 0,5 Prozent zurückging.
Der Bund erstattet den Ländern die Nettoausgaben dafür vollständig. Der Ansatz wächst entsprechend: 11,06 Milliarden Euro (Ist 2024), 11,75 Milliarden (2025), 12,45 Milliarden (2026).
Die Armutsgefährdungsquote der ab 65-Jährigen liegt bei 19,5 Prozent und damit über dem Wert für die Gesamtbevölkerung von 16,1 Prozent. Bei Frauen ab 65 sind es 21,3 Prozent, bei Männern 17,3 Prozent. Deutschland hat also einen messbaren Altersarmuts-Aufschlag — das Alter ist statistisch riskanter als der Durchschnitt des Lebens davor.
Was auf der anderen Seite steht
Für ortsunabhängige Selbstständige ist die entscheidende Größe nicht das Sicherungsniveau, sondern die Differenz zwischen dem, was man abführt, und dem, was man daraus erwarten darf. Ein Beitragssatz, der ab 2028 auf 19,8 Prozent und bis 2039 auf 21,2 Prozent steigt, bei einem Sicherungsniveau, das im selben Zeitraum von 48,0 auf 46,3 Prozent sinkt, beschreibt eine Richtung: mehr einzahlen für weniger Anspruch.
In Georgien gibt es für den hier betrachteten Fall keine Pflichtbeiträge dieser Art. Die Vorsorge wird selbst organisiert und selbst budgetiert — was kein Vorteil an sich ist, sondern eine Verlagerung der Verantwortung. Der Unterschied liegt darin, dass die Mittel dafür überhaupt entstehen: Mit 1 Prozent auf den Umsatz im Small Business Status bis 500.000 GEL bleibt von einem gegebenen Umsatz ein Vielfaches dessen übrig, was nach deutschem Abgabenkeil von 49,3 Prozent verbleibt.
Wer diesen Weg erwägt, sollte die Behandlung bereits erworbener deutscher Anwartschaften und der bestehenden Altersvorsorgeverträge vorab klären — das ist ein Einzelfall und gehört in die Beratung, nicht in einen Blogbeitrag.
Was daraus folgt
Das System ist nicht vor dem Zusammenbruch, aber es ist auf einem Pfad, der für Jüngere schlechter wird: Ersatzrate zehn Punkte unter dem OECD-Mittel, Beitragssatz ab 2028 steigend, Sicherungsniveau ab 2031 sinkend, Bundeszuschuss auf dem Weg zu 156,6 Milliarden Euro, und ein neuer Höchststand bei der Grundsicherung im Alter. Das ist keine Prognose, sondern die Vorausberechnung der Bundesregierung selbst.
Wie sich Kosten und Gegenleistung des Standorts insgesamt verhalten, steht in Staatsquote 50,3 %. Wer den Zeitpunkt eines Wegzugs plant, sollte Auswanderung: 8,2 Mio. Deutsche lesen — die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG wird mit jedem Wachstumsjahr teurer. Wer Vermögen hält, findet die zweite Hälfte der Rechnung in Vermögensabgabe: 2,8 Billionen Euro, und wer Eltern im Pflegefall hat, in Elternunterhalt: Die 100.000-Euro-Grenze.
Österreich löst dieselbe Aufgabe mit deutlich höheren Leistungen und entsprechend höheren Kosten — der Vergleich steht in Pensionslücke Österreich.
Häufige Fragen
FAQ
Wie hoch ist das Rentenniveau in Deutschland?
Das Sicherungsniveau vor Steuern ist durch die verlängerte Haltelinie bis 2031 auf 48,0 Prozent festgeschrieben und sinkt danach bis 2039 auf 46,3 Prozent in der mittleren Variante. Im internationalen Vergleich weist die OECD für Deutschland eine künftige Netto-Ersatzrate von 53,3 Prozent für Durchschnittsverdiener aus, gegenüber 63,2 Prozent im OECD-Schnitt. Bei Geringverdienern sind es 57,7 gegenüber 75,4 Prozent.
Wie hoch wird der Rentenbeitrag in Zukunft?
Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung bleibt bis 2027 bei 18,6 Prozent. Danach steigt er in der mittleren Variante des Rentenversicherungsberichts 2025 auf 19,8 Prozent (2028), 20,1 Prozent (2030), 21,0 Prozent (2035) und 21,2 Prozent (2039). Der Sprung von 2027 auf 2028 beträgt 1,2 Prozentpunkte in einem einzigen Jahr. Die gesetzliche Obergrenze von 22 Prozent bis 2030 wird in allen neun Modellvarianten eingehalten.
Wie viel Steuergeld fließt in die Rente?
Im Bundeshaushalt 2026 sind 97,55 Milliarden Euro Bundeszuschüsse an die allgemeine Rentenversicherung veranschlagt — 63,94 Milliarden allgemeiner und 33,61 Milliarden zusätzlicher Zuschuss. Rechnet man alle Leistungen des Bundes zusammen, waren es 2024 rund 116,1 Milliarden Euro, für 2026 sind 128 Milliarden vorgesehen. Bis 2039 steigen allgemeiner und zusätzlicher Zuschuss auf rund 156,6 Milliarden Euro; ihr Anteil an den Einnahmen der Rentenversicherung liegt konstant bei 22,2 bis 22,8 Prozent.
Wie viel Rente bekommt man durchschnittlich?
Die Bruttostandardrente für 45 Entgeltpunkte liegt 2025 bei 1.836 Euro monatlich und 2026 bei 1.904 Euro — das ist jedoch eine Modellgröße für eine lückenlose Erwerbsbiografie auf Durchschnittsniveau. Die tatsächlichen Zahlbeträge lagen zum 31. Dezember 2024 bei Altersrenten im Schnitt bei 1.405 Euro für Männer und 955 Euro für Frauen.
Wie viele Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen?
Im Dezember 2025 bezogen 764.065 Personen oberhalb der SGB-XII-Altersgrenze Grundsicherung im Alter — 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchststand. Zusammen mit den Empfängern wegen Erwerbsminderung waren es 1.283.860 Menschen. Die Armutsgefährdungsquote der ab 65-Jährigen liegt bei 19,5 Prozent gegenüber 16,1 Prozent in der Gesamtbevölkerung, bei Frauen ab 65 bei 21,3 Prozent.
Steht die gesetzliche Rente vor dem Kollaps?
Kurzfristig nicht. Für Ende 2025 wird eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 41,5 Milliarden Euro geschätzt, das entspricht 1,39 Monatsausgaben, und die gesetzliche Beitragssatz-Obergrenze von 22 Prozent bis 2030 wird laut Rentenversicherungsbericht 2025 in allen neun Modellvarianten eingehalten. Die Belastung verschiebt sich in die 2030er-Jahre: steigender Beitragssatz ab 2028, sinkendes Sicherungsniveau ab 2031, Bundeszuschuss auf dem Weg zu 156,6 Milliarden Euro bis 2039.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Kennzahlen stammen aus dem Rentenversicherungsbericht 2025 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Sicherungsniveau, Beitragssätze, Bundeszuschüsse, Bruttostandardrente, Rentenzahlbeträge, Nachhaltigkeitsrücklage), dem Bundeshaushaltsplan 2026, Einzelplan 11 (Bundeszuschüsse, Kapitel 1102, Erstattung der Grundsicherung), dem Bundesrechnungshof (Information zur Entwicklung des Einzelplans 11), der OECD (Pensions at a Glance 2025, Netto-Ersatzraten und Country Note Germany) sowie vom Statistischen Bundesamt (Grundsicherung im Alter, Pressemitteilung Nr. 104 vom 26. März 2026; Armutsgefährdung älterer Menschen, EU-SILC im Mikrozensus). Stand: August 2026, Änderungen der Datenlage vorbehalten.