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CRS und Georgien — was die Heimat-Steuerbehörde sieht (und was nicht)

Georgien ist seit 2023 CRS-Vertragsstaat. Was bedeutet das praktisch für Ihre Steuererklärung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?

CRS und Georgien — abstrakte Cover-Komposition mit Brand-Glow und Compliance-Indikator

CRS — der Common Reporting Standard der OECD — ist die globale Schwester von FATCA und sorgt seit 2017 für automatischen Steuerinformationsaustausch zwischen über 110 Staaten. Georgien ist seit 2023 dabei. Was heißt das praktisch?

Was CRS macht — kurz

Jede georgische Bank meldet einmal im Jahr (typisch im April):

  • Konto-Existenz (IBAN, Eröffnungsdatum)
  • Saldo zum 31.12. des Vorjahres
  • Bruttoerträge des Jahres (Zinsen, Dividenden, sonstige Erträge)
  • Konto-Inhaber-Daten inkl. Steuer-Identifikationsnummer

Diese Daten gehen an die georgische Revenue Service, die sie automatisch an die Steuerbehörde des Steuerwohnsitz-Staates weiterleitet — also bei einem deutschen Wohnsitz an das Bundeszentralamt für Steuern.

Was CRS NICHT macht

  • Keine Einzeltransaktions-Übermittlung

    Die Heimatfinanz bekommt KEINE Liste Ihrer einzelnen Überweisungen. Nur Salden + Aggregate.

  • Keine Drittparteien-Zugang

    Inkasso-Anwälte, Privatdetektive, Auskunfteien sehen nichts. Es ist ein staatlicher Datenfluss, kein offenes Register.

  • Keine automatische Strafverfolgung

    Eine CRS-Meldung allein löst kein Verfahren aus. Erst wenn das Aggregat zur Steuererklärung nicht passt, prüft das Finanzamt nach.

  • Keine Echtzeitsicht

    CRS-Daten sind ~12 Monate alt, wenn die Heimatfinanz sie verarbeitet. Live-Überwachung gibt es nicht.

Praktische Konsequenz

Wie deklarieren

Für DE-Steuerpflichtige mit GE-Konto/-LLC:

  1. Anlage AUS der ESt-Erklärung — ausländische Einkünfte, Zeile zu Georgien
  2. DBA-Anrechnung der in Georgien gezahlten 1 % bzw. 15 % auf die deutsche Steuerlast
  3. CFC-Hinweis falls > 1 % LLC-Beteiligung — wir liefern die nötigen Bescheinigungen

Wenn Sie als Mandant bei uns sind: wir generieren die anrechnungsfähigen Bescheinigungen jährlich automatisch und schicken sie zum 31.3. an Ihren deutschen Steuerberater.

Fazit

CRS ist kein “Steuerparadies-Killer” — es ist ein Transparenz-Mechanismus, der genau das erzwingt, was wir unseren Mandanten ohnehin empfehlen: rechtssauber strukturieren, korrekt deklarieren, niedrigere Sätze legal nutzen.

Wer mit CRS leben kann, kann mit Georgien leben. Wer nicht, sollte nicht in diese Richtung denken.